Zum Muttertag am 10. Mai werden in Deutschland millionenfach Blumen verschenkt. Der festliche Strauß hat jedoch oft einen unsichtbaren Preis: Rund 80 bis 90 Prozent der in Deutschland verkauften Rosen stammen aus Ländern wie Kenia, Ecuador oder Äthiopien. Dort werden häufig Pestizide eingesetzt, die in der EU längst verboten sind. Auch die Arbeitsbedingungen entsprechen nicht europäischen Standards.
„Blumen sind ein Symbol für Zuneigung. Diese sollte jedoch nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt gehen”, sagt Sigrid Goldbrunner, Referatsleiterin Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Bayern.
Tipps für bewussten Blumenkauf
Die Verbraucherzentrale Bayern rät, beim Kauf von Schnittblumen auf folgende Siegel zu achten:
- Fairtrade-Siegel: Garantiert Mindestlöhne, verbietet Kinder- und Zwangsarbeit und schränkt den Pestizideinsatz ein. Eine zusätzliche Fairtrade-Prämie fließt in Gemeinschaftsprojekte vor Ort wie Schulen oder Gesundheitsversorgung. Blumen mit diesem Siegel sind in vielen Supermärkten und Discountern erhältlich.
- Flower Label Program (FLP): Das auf die Blumenbranche spezialisierte Siegel setzt strenge soziale und ökologische Kriterien voraus und umfasst regelmäßige unabhängige Kontrollen vor Ort.
- Slowflower-Bewegung: Wer regional und saisonal einkauft, unterstützt kleinere Gärtnereien mit nachhaltiger Produktion. Das wachsende Netzwerk der slowflower-bewegung.de hilft, diese Betriebe zu finden.
Am nachhaltigsten ist jedoch oft der Blumenstrauß aus dem eigenen Garten oder vom heimischen Balkon.