Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten: Was steckt drin?

Pressemitteilung vom 22. Oktober 2026

Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt große Unterschiede

Sind Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten eine gute Protein- und Ballaststoffquelle? Viele Verpackungen erwecken zumindest diesen Eindruck. Die Verbraucherzentralen haben die Zusammensetzung von 288 Eintöpfen, Suppen und Fertigmahlzeiten mit Hülsenfrüchten untersucht.

Verglichen wurden die Inhaltsstoffe und die Herkunft von Bohnen und Linsen und weiterer Zutaten. Dabei kamen große Unterschiede beim Anteil der Hülsenfrüchte sowie bei den Nährwertgehalten heraus. Der ernährungsphysiologische Wert könnte bei geringerem Salzgehalt noch besser sein und über die Herkunft der Inhaltsstoffe informieren nur wenige Hersteller.

Produkte oft Protein- und Ballaststoffquellen 


Die bundesweite Stichprobe im Frühjahr 2026 enthielt am häufigsten Bohnen, Erbsen und Linsen, gefolgt von Kichererbsen und Sojabohnen. Die Anteile schwankten stark: Bei Fertigmahlzeiten lagen sie zwischen 0,8 und 64 Prozent. „Wir empfehlen einen Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle. Dort zeigt sich, wie ein Produkt tatsächlich einzuschätzen ist“, sagt Jutta Saumweber von der Verbraucherzentrale Bayern.

263 Gerichte (91 Prozent) erfüllten die Vorgaben der Health-Claims-Verordnung für die Auslobung „Proteinquelle“. Mehr als die Hälfte galt sogar als „proteinreich“, bei den Eintöpfen waren es drei von vier. Dafür müssen 20 Prozent des Energiegehaltes aus Proteinen stammen, für „Proteinquelle“ reichen 12 Prozent.

Zum Proteingehalt trugen auch weitere Zutaten wie Fleisch bei. Fertigmahlzeiten und Suppen mit Fleisch enthielten im Durchschnitt deutlich mehr Protein als vegane oder vegetarische Varianten. Bei Eintöpfen erreichten vegane Varianten annähernd dieselben Proteingehalte wie fleischhaltige Produkte. Auch die Ballaststoffgehalte können sich sehen lassen: 125 Produkte erfüllten die Vorgaben für „Ballaststoffquelle“ oder „ballaststoffreich“. 

Werbeaussagen können Verbraucher verwirren

Die Hersteller nutzen diese positiven Eigenschaften für ihre Werbung jedoch selten: Nur 44 Produkte, also knapp jedes sechste, trugen entsprechende Nährwert-Claims. „Viele Lebensmittel mit Hülsenfrüchten sind von Natur aus gute Proteinquellen, ohne dass dies auf der Verpackung besonders hervorgehoben wird. Bei speziellen Proteinprodukten dagegen machen Hersteller den Eiweißgehalt zum zentralen Verkaufsargument, obwohl dieser häufig erst durch zugesetzte, hoch verarbeitete Zutaten entsteht. Protein ist offenbar nicht nur Nährstoff, sondern vor allem Marketing“, sagt Jutta Saumweber. 

Nutri-Score im grün-gelben Bereich: Salzgehalt beachten

Bei 221 Produkten war der Nutri-Score auf dem Etikett angegeben oder anhand der Kennzeichnung berechenbar: 107 erhielten „A“ oder „B“, 113 den Nutri-Score „C“. Nur ein Produkt erhielt „D“, vor allem wegen des hohen Anteils gesättigter Fettsäuren durch Kokosfett. Ein Wermutstropfen waren die hohen Salzgehalte mit durchschnittlich 0,9 Gramm pro 100 Gramm. Diese verhinderten einen besseren Nutri-Score.

Kaum freiwillige Angaben zur Herkunft

Nur drei Unternehmen informierten freiwillig über das Herkunftsland der Hülsenfrüchte – auf dem Etikett oder über einen QR-Code. Die Verbraucherzentralen fragten deshalb bei 62 Herstellern nach. Aus den sechs Rückmeldungen ging hervor: Nur vereinzelt stammen die Hülsenfrüchte aus Deutschland, mehr als die Hälfte kommt aus EU-Ländern. Hierzulande angebaute Hülsenfrüchte landen überwiegend im Tierfutter.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Marktchecks gibt es hier: verbraucherzentrale.bayern/marktcheck-huelsenfruechte. 
 

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