Achtung, falsche Vignetten! So erkennen Sie Betrug
Kriminelle nutzen die Urlaubszeit gezielt aus, um Reisende beim Kauf von Autobahnvignetten abzuzocken. Mit täuschend echt gestalteten Internetseiten und bezahlten Suchmaschinenanzeigen lotsen sie Verbraucher:innen auf Fake-Shops und versuchen, hohe Geldbeträge über Kreditkarten abzubuchen. Wir zeigen, woran Sie die Betrugsmasche erkennen und wie Sie sich schützen können.

- Betrüger fälschen Webseiten und schalten Anzeigen, damit Verbraucher:innen auf Fake-Shops statt auf die offizielle Verkaufsseite gelangen
- Die Fake-Seiten wirken oft täuschend echt und unterscheiden sich nur durch kleine Details von den Originalseiten.
- Bei der Zahlungsfreigabe über die Banking-App erscheint teilweise ein deutlich höherer Betrag oder eine fremde Währung. Kaufen Sie die digitale Vignette am besten noch zu Hause. Den Gültigkeitszeitraum der Vignette können Sie beliebig wählen.
Aktuelle Warnung
Derzeit gibt es – neben gefälschten Webseiten – auch Warnungen vor falschen Mails und SMS-Nachrichten im Zusammenhang mit der Maut. In diesen werden Verbraucher:innen aufgefordert, eine Ersatzmaut zu zahlen. Darüber berichtet u.a. die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft, kurz ASFiNAG, die in Österreich für Planung, Bau, Betrieb und Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen verantwortlich ist.
Seriöse Betreiber fordern nach dem Kauf einer Vignette keine weiteren nachträglichen Gebühren. Wer solche Nachrichten erhalten hat, sollte diese löschen und nicht darauf reagieren.
Vignette online kaufen – aber sicher!
Die Sommerferien stehen vor der Tür und einige Verbraucher:innen fahren ins benachbarte Österreich in den Urlaub oder durchqueren das Land auf der Reise in den Süden. Wer dort – oder auch in anderen Ländern wie der Schweiz, Tschechien oder der Slowakei – die Autobahnen oder Schnellstraßennutzen möchte, braucht eine gültige Vignette. Viele Reisende kaufen diese bequem online – doch genau hier setzen Betrüger an. Sie erstellen professionell gestaltete Fake-Webseiten, die den offiziellen Verkaufsstellen zum Verwechseln ähnlich sehen.
Besonders tückisch: Wer unterwegs schnell per Smartphone eine Vignette kaufen möchte oder unter Zeitdruck steht, übersieht leicht die Warnzeichen. Nach Feiertagen und Reisezeiten melden sich regelmäßig Betroffene, die auf solche Betrugsseiten hereingefallen sind.
Wie gehen die Betrüger vor?
- Gesponserte Suchanzeigen: Die Fake-Seiten erscheinen häufig ganz oben in den Suchergebnissen von Google und anderen Suchmaschinen. Dabei handelt es sich oft um bezahlte Werbeanzeigen.
- Täuschend echte Webseiten: Die Seiten wirken seriös, verwenden bekannte Logos und ähnliche Bezeichnungen. Manchmal unterscheidet sich die Webadresse nur durch einen einzelnen Buchstaben oder eine leicht veränderte Schreibweise.
- Abzocke bei der Zahlung: Nach Eingabe der Kreditkartendaten folgt meist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Statt des tatsächlichen Vignettenpreises kann dort jedoch plötzlich ein deutlich höherer Betrag erscheinen. Teilweise werden Summen von mehreren Hundert Euro oder Buchungen in fremden Währungen angezeigt.
- Verwirrung durch Fremdwährungen: Einige Betrüger nutzen beispielsweise Armenische Dram (AMD). Ein Betrag wie „500.000 AMD“ wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich und wird von manchen Verbraucher:innen irrtümlich freigegeben. Tatsächlich kann dies einem Gegenwert von über 1.000 Euro entsprechen.
Tipp: Die richtige Adresse vor der Reise notieren oder abspeichern
- Österreich: https://shop.asfinag.at
- Tschechien: https://edalnice.gov.cz
- Slowakei: https://eznamka.sk
- Slowenien: https://evinjeta.dars.si
- Ungarn: https://ematrica.nemzetiutdij.hu
- Schweiz: https://via.admin.ch/shop
- Rumänien: https://www.erovinieta.ro
- Bulgarien: https://www.bgtoll.bg
Speichern oder notieren Sie sich diese Adresse möglichst schon vor Reisebeginn. So vermeiden Sie, in Suchmaschinen auf betrügerische Anzeigen oder ähnlich aussehende Internetseiten zu stoßen.
Aktuelle Maut-Informationen finden Sie außerdem beim ADAC unter: Maut & Vignette kaufen: Alle Länder und Infos.
So kaufen Sie Vignetten sicher online
- Geben Sie die Adresse des offiziellen Anbieters wie beispielsweise asfinag.at direkt in die Browserzeile ein.
- Klicken Sie nicht auf gesponserte Suchanzeigen.
- Prüfen Sie die Internetadresse sorgfältig auf Schreibfehler oder ungewöhnliche Zusätze.
- Kontrollieren Sie vor der Freigabe in Ihrer Banking-App den exakten Betrag und die angezeigte Währung.
- Brechen Sie den Vorgang sofort ab, wenn ein höherer Betrag oder eine fremde Währung angezeigt wird.
- Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck, Countdowns oder andere Dringlichkeitshinweise beeinflussen.
- Prüfen Sie verdächtige Internetseiten mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen.
Nicht nur Vignetten betroffen
Die Betrüger haben sich längst nicht mehr auf Vignetten spezialisiert. Auch bei Online-Anträgen für Führungszeugnisse, Wunschkennzeichen, Rundfunkbeiträge, Nachsendeaufträge oder die elektronische Einreisegenehmigung für Großbritannien (ETA) tauchen immer wieder täuschend echte Fake-Seiten auf. Wer Dokumente oder amtliche Leistungen online beantragt, sollte deshalb besonders aufmerksam sein.
Tipp: Ein kurzer, prüfender Blick auf die Internetadresse, den Betrag und die Währung kann viel Geld, Ärger und langwierige Auseinandersetzungen mit Zahlungsdienstleistern ersparen. Denn ist eine betrügerische Zahlung erst einmal freigegeben, wird der Schaden nicht immer von der Bank erstattet

