Holzschutz: Vorfahrt für ungiftige Produkte und alternative Verfahren
Wirksame Vorbeugung vor Schädlingen beginnt bereits bei Planung und Bau.

Das Wichtigste in Kürze:
- Durch gute Planung beim Bau können Sie Holz vor Schimmel und Insektenbefall schützen und problemlos auf Holzschutzmittel verzichten.
- Besonders unnötig und gesundheitsschädlich ist der Einsatz von Holzschutz im Innenraum. Bei Verdacht auf eine Altlast klärt eine Hausstaubanalyse, ob solche Mittel in der Vergangenheit benutzt wurden und in unbedenklichen Mengen freigesetzt werden.
- Vom Holzwurm oder anderen Insekten befallene Holzobjekte können einfach mit Hitze behandelt werden, anstatt mit Chemikalien.
- Achten sie beim Einkauf von Mitteln zum Schutz von Holz auf das Siegel „Blauer Engel“.
Holzschutzmittel haben im Innenraum nichts verloren
Gerade in Innenräumen können giftige Holzschutzmittel die Gesundheit schädigen, da sie nach und nach in die Raumluft ausdünsten. Dabei ist ihr Einsatz im Inneren gar nicht nötig. Nur da wo Feuchtigkeit, etwa durch Regen, das Wachstum von Holz zersetzenden Pilzen fördert, kann ihr Einsatz sinnvoll sein. Die Holzverkleidung einer Innendecke braucht also nicht behandelt zu werden.
In der Vergangenheit wurden besonders giftige Holzschutzmittel wie Pentachlorphenol und Lindan gerade von Laien auch in Innenräumen benutzt. Ende 1989 wurden diese Chemikalien in Deutschland verboten. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein älteres Gebäude mit Holzschutzmittel belastet ist, können sie eine Hausstaubanalyse von einem Labor untersuchen lassen. Wenn bekannt ist, welche Holzbauteile möglicherweise behandelt wurden, kann auch das Holz selbst geprüft werden. Eine Untersuchung kostet etwa zwischen 125 Euro und 250 Euro.
Beratung zu Holzschutzmittel als Altlast in Gebäuden finden Sie hier: https://www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe.
Eine geschickte Konstruktion und Holzauswahl machen Holzschutzmittel oft überflüssig
Wirksamer Schutz fürs Eigenheim beginnt schon bei der Planung und beim Bau. Die DIN 68800 schreibt bestimmte Konstruktionen vor, die Feuchtigkeit oder Insektenbefall in tragenden Holzteilen verhindern. Die planenden Unternehmen sollten sich damit auskennen.
So lassen sich Insekten etwa abwehren, indem das Holz eingekleidet oder verschalt wird. Trocken gehaltenes Holz ist vor Pilzbefall geschützt. Und Staunässe wird durch geeignete bautechnische Kniffe wie abgeschrägte Holzflächen, Wasserabläufe und überhängende Dächer vermieden.
Thermoholz hält ganz ohne Chemie länger
Bei sogenanntem Thermoholz handelt es sich um Hölzer, die durch eine reine Hitzebehandlung robuster gegen Schimmel gemacht wurden. Es kann daher gut im Außenbereich verbaut werden. Einen Nachteil hat das Verfahren allerdings, denn das Holz wird dadurch etwas spröder. Achtung: Thermoholz ist nicht gleichbedeutend mit druckimprägniertem Holz. Bei dieser Druckimprägnierung können giftige Substanzen eingesetzt worden sein.
Durch Schädlinge befallenes Holz mit Hitze behandeln
Wer an Holzbalken oder -möbeln entdeckt, dass sie großflächig von Schädlingen (etwa vom Holzwurm) befallen sind, der erzielt mit Heißluftverfahren gute Erfolge. Kleine Gegenstände kann man im Backofen oder in der Sauna behandeln. Das Holz muss dafür bis zum Kern seiner dicksten Stelle mindestens 30 Minuten lang auf etwa 60 Grad Celsius erhitzt werden. Dazu müssen Sie je nach Holzdicke einige Stunden heizen. Vorsicht: Manche Hölzer können dabei Trocknungsrisse bekommen.
Um größere Holzflächen kümmert sich am besten eine Fachfirma, die befallene Partien mit professionellem Gerät und schonender Behandlung über mehrere Stunden aufheizt und dadurch Schädlingen den Garaus macht.
Schadstoffarme Holzschutzmittel auswählen
Neben chemischen Keulen werden im Handel eine Reihe alternativer Produkte mit schadstoffärmeren Wirkstoffen angeboten. Seit 2025 müssen Verbraucher:innen im Geschäft und im Online-Handel von qualifiziertem Personal beraten werden, bevor Sie ein Holzschutzmittel kaufen. Lesen Sie außerdem nach, welche Wirkstoffe auf der Packung angegeben sind und informieren Sie sich beispielsweise im Internet über deren Giftigkeit.
Beachten Sie unbedingt, ob es sich um ein Mittel handelt, das nur für die Anwendung im Außenbereich bestimmt ist. Biozidfreie Produkte, die im Internet oder in Bio-Läden erhältlich sind, können eine gute Alternative sein. Vertrauen Sie aber nicht auf dedn Begriff "Bio". Er ist nicht nur für Lebensmittel gesetzlich definiert. Informieren Sie sich auch hier über die Inhaltsstoffe. Wetterfeste Farben, Lacke und Lasuren mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" bringen biozid- und lösemittelarm neuen Glanz und verringern zusätzlich Feuchte- und Schimmelgefahr.





